Schätzung für Erwachsene von 19 bis 78 Jahren

Grundumsatz berechnen

Alter, Größe und Gewicht eingeben. Der Rechner schätzt die Ruheenergie mit zwei benannten Gleichungen und zeigt das Ergebnis als Bereich statt als scheinbar exakte Zahl.

Formelschätzung, keine Messung, keine Diagnose und keine Ernährungsvorgabe.

Rechner

Ruheenergie über zwei Gleichungen schätzen

Gültigkeitsbereich bestätigen, Formelvariante wählen, Körperdaten eingeben. Das Ergebnis nennt beide Einzelwerte und den Bereich zwischen ihnen.

1. Geltungsbereich bestätigen
2. Formelvariante wählen

Beide Gleichungen wurden für zwei Studiengruppen veröffentlicht. Wählen Sie die passende Variante. Keine Gleichung wird erfunden oder gemischt.

3. Körperdaten eingeben

Was der Grundumsatz-Rechner hier ermittelt

Wer den Grundumsatz berechnen möchte, sucht eine Schätzung für den Energieverbrauch des Körpers in Ruhe. Streng genommen ist der Grundumsatz eine standardisiert gemessene Größe: nüchtern, liegend, bei angenehmer Temperatur und vollständiger Ruhe.[1] Ein Online-Rechner misst nichts. Er kann diese Größe nur schätzen. Deshalb heißt das Ergebnis hier Ruheenergie-Schätzung und wird deutlich vom gemessenen Grundumsatz unterschieden.[3] Die Schätzung richtet sich an gesunde Erwachsene, nicht an Schwangere, Stillende, Minderjährige, Leistungssportler oder Menschen mit Essstörungen oder relevanten Erkrankungen.

Diese Seite zeigt bewusst zwei Gleichungen nebeneinander: Mifflin-St Jeor aus dem Jahr 1990 und die Schätzgleichung, die die Deutsche Gesellschaft für Ernährung in ihren häufigen Fragen zur Energiezufuhr nennt.[1][3] Zwei benannte Wege führen selten zum identischen Wert. Die Spanne zwischen beiden ist ehrlicher als eine einzelne Zahl mit Scheingenauigkeit. So wird direkt sichtbar, wie der Rechner den Grundumsatz schätzt, worin sich die Formeln unterscheiden und welche Unsicherheit bei solchen Werten bleibt.

Die Ruheenergie ist nicht der gesamte Kalorienbedarf am Tag. Für den Gesamtumsatz kommen zum Grundumsatz Bewegung und andere körperliche Aktivitäten hinzu. Die DGE berechnet den Gesamtenergieverbrauch als Ruheenergieverbrauch mal PAL-Wert, also Physical Activity Level. Bei überwiegend sitzender Arbeit nennt sie beispielhaft einen PAL-Wert von 1,4 bis 1,5.[3] Unser Kalorienrechner für den Tagesbedarf rechnet diesen Schritt aus. Diese Seite bleibt bei der Ruheenergie und macht keine Vorgabe für die Kalorienzufuhr.

Welche Gleichungen der Rechner nutzt

Die vereinfachte Mifflin-St-Jeor-Gleichung lautet:

Ruheenergie = 10 x Gewicht in kg + 6,25 x Größe in cm - 5 x Alter in Jahren + Konstante

Für die in der Studie als männlich bezeichnete Gruppe beträgt die Konstante +5, für die als weiblich bezeichnete Gruppe -161.[1] Die Originalarbeit maß den Ruheenergieverbrauch von fast fünfhundert gesunden Erwachsenen mit indirekter Kalorimetrie. Die Mifflin-St-Jeor-Formel leitete daraus Gewicht, Körpergröße, Alter und Studienkategorie als Faktoren ab. Eine spätere systematische Übersicht bewertete Mifflin-St Jeor unter mehreren gebräuchlichen Formeln als besonders brauchbare Schätzung für gesunde Erwachsene; individuelle Abweichungen blieben bestehen.[2]

Die ältere Harris-Benedict-Formel wird ebenfalls häufig zur Berechnung des Ruheenergieverbrauchs genannt. In der ursprünglichen Mifflin-St-Jeor-Studie überschätzten die damaligen Harris-Benedict-Gleichungen den gemessenen Ruheenergieverbrauch der untersuchten Gruppe im Mittel um fünf Prozent.[1] Dieser Rechner verwendet Harris-Benedict deshalb nicht als dritten Ergebniswert.

Die DGE nennt in ihren häufigen Fragen zur Energiezufuhr eigene Formeln zur Einschätzung des Ruheenergieverbrauchs aus Gewicht, Alter und Geschlecht. Auch sie liefern Schätzungen für Erwachsene und kein Messergebnis.[3]

Die DGE-Formeln für den Ruheenergieverbrauch in kcal pro Tag lauten:

  • Frauen: (0,047 x Gewicht in kg - 0,01452 x Alter in Jahren + 3,21) x 239
  • Männer: (0,047 x Gewicht in kg + 1,009 - 0,01452 x Alter in Jahren + 3,21) x 239

Anders als Mifflin-St Jeor nutzt diese DGE-Gleichung keine Körpergröße. Der Faktor 239 rechnet das Zwischenergebnis von Megajoule in Kilokalorien um.[3]

Mifflin-St Jeor, DGE und Harris-Benedict im Vergleich

Die Mifflin-St-Jeor-Formel nutzt Körpergewicht, Körpergröße, Alter und Studienkategorie. Sie bildet in diesem Grundumsatz-Rechner den ersten Schätzwert und wird in der Fachübersicht als brauchbare Grundlage für gesunde Erwachsene eingeordnet.[2]

Die DGE-Formeln nutzen Körpergewicht, Alter und Geschlecht, aber keine Körpergröße. Sie liefern den zweiten Schätzwert. Der Rechner zeigt beide Energiemengen getrennt, statt aus verschiedenen Formeln eine neue Gleichung zu mischen.[3]

Die Harris-Benedict-Formel ist historisch verbreitet, wird hier aber nur zur Einordnung genannt. Sie fließt nicht in das Ergebnis ein. Damit bleibt nachvollziehbar, welche Formeln tatsächlich den Grundumsatz berechnen und welche nicht.

Der Rechner gibt beide Ergebnisse getrennt aus und ergänzt den Bereich zwischen ihnen. Er rechnet kein Ergebnis in ein anderes um und behauptet nicht, einer der Werte sei der wahre Grundumsatz.

Warum zwei Werte besser sind als einer

Jede Formel vereinfacht. Körperzusammensetzung, Muskelmasse, Fettanteil, Alter, Hormone, Gesundheitszustand und Umgebungstemperatur können den Energieverbrauch beeinflussen, gehen aber nicht vollständig in diese Angaben ein.[3][4] Organe wie Herz und Gehirn benötigen fortlaufend Energie; Formeln erfassen diese Funktionen nur indirekt über grobe Faktoren. Zwei Gleichungen können deshalb für dasselbe Körpergewicht, dieselbe Körpergröße und dasselbe Alter mit spürbarem Abstand enden. Dieser Abstand ist ein sichtbarer Hinweis auf die Unsicherheit solcher Schätzungen.

Welche Funktionen verbrauchen Energie in völliger Ruhe?

Auch im Ruhezustand arbeitet der Körper weiter. Herzschlag, Atmung, Kreislauf, Gehirn und andere Organe benötigen Energie für lebenswichtige Funktionen. Diese Grundmenge an Kalorien fällt selbst ohne Bewegung oder Sport an.[4] Verdauung, Alltag, Arbeit und Training gehören dagegen nicht zum streng gemessenen Grundumsatz. Sie erhöhen den gesamten Energiebedarf zusätzlich.

Deshalb wird die Spanne zwischen beiden Werten nach außen gerundet: die untere Grenze auf 25 kcal abwärts, die obere auf 25 kcal aufwärts. Auch das soll Genauigkeit nicht vortäuschen, sondern abbauen.

Für wen die Schätzung nicht gedacht ist

Persönliche Zahlen werden nur für Erwachsene zwischen 19 und 78 Jahren angezeigt. Die Seite ist nicht für Schwangere, Stillende, Minderjährige, Menschen mit relevanten Krankheiten oder Medikamenten, die den Stoffwechsel beeinflussen können, mit Essstörungsproblematik, mit Gebrechlichkeit oder Bettlägerigkeit und nicht für den Leistungssport gedacht. Für diese Situationen können allgemeine Formeln deutlich danebenliegen.

Welche Faktoren verändern die Schätzung?

Körpermasse, Muskelmasse und die übrige Körperzusammensetzung beeinflussen, wie viel Energie der Körper in Ruhe benötigt. Auch Alter, Geschlecht, Hormone, Gesundheit, Medikamente und die Umgebungstemperatur können einen Anteil am tatsächlichen Verbrauch haben.[3][4] Die Eingaben des Rechners bilden nur einige dieser Faktoren ab. Deshalb ist das Ergebnis eine Grundlage zur Orientierung und keine individuelle Messung.

Das Gesundheitsportal des österreichischen Bundesministeriums beschreibt den Grundumsatz als jene Energiemenge, die der Körper im Zustand völliger Ruhe für lebenswichtige Funktionen wie Atmung und Kreislauf benötigt, und nennt dieselbe Schätzgleichung wie die DGE.[4] Verbraucherzentralen ergänzen, dass Formeln nur grobe Orientierung bieten und dass der Gesamtbedarf erst über den PAL-Wert entsteht.[5]

Häufige Fragen

Wie rechne ich meinen Grundumsatz aus?

Ein Grundumsatz-Rechner kann die Mifflin-St-Jeor-Formel verwenden: 10 x Gewicht in kg plus 6,25 x Körpergröße in cm minus 5 x Alter, plus 5 für die männliche oder minus 161 für die weibliche Studiengruppe. Andere Rechner verwenden die Harris-Benedict-Formel. Diese Seite berechnet Mifflin-St Jeor und stellt das Ergebnis der DGE-Gleichung daneben.

Warum geben andere Rechner eine einzige Zahl?

Weil eine Zahl einfacher aussieht. Sie unterschlägt, dass verschiedene anerkannte Gleichungen für dieselbe Person unterschiedlich hohe Werte liefern können. Der Bereich zweier Gleichungen ist die ehrlichere Antwort.

Ist der Grundumsatz gleich dem Kalorienbedarf am Tag?

Nein. Der Grundumsatz beschreibt den Kalorienverbrauch in Ruhe. Der Tagesbedarf beziehungsweise Gesamtumsatz entsteht erst mit dem Leistungsumsatz aus körperlicher Aktivität, etwa über PAL-Werte der DGE.[3] Wer den Gesamtbedarf möchte, nutzt unseren Kalorienrechner auf der Startseite.

Wie genau ist so eine Schätzung?

Für gesunde Erwachsene liegt Mifflin-St Jeor in Übersichten meist nah an gemessenen Werten, Einzelne können aber deutlich abweichen.[2] Betrachten Sie das Ergebnis als Ausgangspunkt, nicht als Messung.

Was bedeutet BMR?

BMR steht für Basal Metabolic Rate und wird häufig mit Grundumsatz übersetzt. Streng genommen bezeichnet BMR eine Messung unter festgelegten Bedingungen. Ein Online-Rechner misst keinen BMR, sondern schätzt den Ruheenergieverbrauch anhand einer Formel.[1]

Wie viele Kalorien verbraucht der Körper in Ruhe?

Das hängt unter anderem von Körpergewicht, Körpergröße, Alter, Studienkategorie und Körperzusammensetzung ab. Deshalb zeigt der Rechner keinen universellen Kalorienwert, sondern zwei berechnete Ergebnisse und den Bereich dazwischen. Der tatsächliche Energieverbrauch kann außerhalb dieser Spanne liegen.

Kann ich mit dem Ergebnis abnehmen?

Diese Seite gibt dazu keine Vorgabe. Sie schätzt die Ruheenergie und endet dort. Wer eine Gewichtsveränderung plant, bringt das Ergebnis am besten mit fachlicher Begleitung in einen passenden Gesamtzusammenhang.

Rechenweg selbst nachvollziehen

Zum Ausprobieren von Hand folgt eine Beispielrechnung für eine 40-jährige Person aus der weiblichen Studiengruppe, 70 kg schwer und 170 cm groß. In der Formel dienen Körpergewicht, Körpergröße und Alter als messbare Eingaben:

10 x 70 + 6,25 x 170 - 5 x 40 - 161 = 1.401,5 kcal pro Tag

Zur Kontrolle in Schritten: 700 aus dem Gewicht plus 1.062,5 aus der Größe, minus 200 aus dem Alter und minus 161 aus der Konstante. Zusammen ergibt das 1.401,5 kcal. Wer ein anderes Ergebnis erhält, hat meist einen Punkt bei 6,25 oder ein Komma übersehen.

Der Rechner zeigt für dieselbe Person zusätzlich den DGE-Schätzwert und die Spanne zwischen beiden. So wird sichtbar, wie weit zwei anerkannte Wege auseinanderliegen können. Das Ergebnis beschreibt den Kalorienverbrauch in Ruhe, nicht den Verbrauch durch Aktivitäten.

Drei Fehler, die das Ergebnis verzerren

Aus der Praxis der Selbstmessung kommen drei regelmäßige Quellen für falsche Eingaben:

  1. Größe und Gewicht sind nicht mehr aktuell. Wer mit Schuhen misst oder mehrere Kilogramm verändert hat, rechnet mit veralteten Angaben. Schon kleine Messfehler können die berechnete Kalorienmenge verschieben.
  2. Die falsche Studienkategorie wird gewählt. Die Konstanten +5 und -161 unterscheiden sich um 166 kcal. Passt keine Kategorie eindeutig, ist die Aussagekraft der Gleichung eingeschränkt.
  3. Das Ergebnis wird mit dem Tagesbedarf verwechselt. Die Ruheenergie gilt für vollständige Ruhe. Arbeit, Sport und andere Formen von Aktivitäten erhöhen den Bedarf über den PAL-Wert.

Quellen

Stand des Modells: 26. September 2026. Die Links führen zu Originalarbeiten oder offiziellen Fachinformationen.

  1. [1] Mifflin et al. (1990): A new predictive equation for resting energy expenditure

  2. [2] Frankenfield et al. (2005): Comparison of predictive equations

  3. [3] Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Häufige Fragen zur Energiezufuhr

  4. [4] Gesundheitsportal Österreich: Grundumsatz und Energiebedarf

  5. [5] Verbraucherzentrale NRW: Ernährung, Umsatz, Kalorien